Montag, 22. August 2016

Montagsmotivation: Working from Home Edition

Wer mir auf Instagram folgt, weiß: Ich bin seit Mitte letzter Woche bei meinen Eltern eingekehrt um in einer Art inneren und äußeren Emigration meine Masterarbeit zu schreiben.
Die letzten Monate waren verrückt und voller Chaos, ich hatte 80 Stunden Wochen und händelte unzählige Dinge gleichzeitig und so bin ich mehr als glücklich und zufrieden jetzt in aller Ruhe und Abgeschiedenheit einfach nur noch zu schreiben.
Diese Zeit ist unendlich kostbar, birgt jedoch auch die ein oder andere Tücke. Wie viel leichter ist es schließlich, sich rundherum anderen Dingen zu widmen, wenn man nicht in einem Büro sitzt, sondern Zuhause, also quasi direkt an der Quelle von diversen Ablenkungen. Da heißt es Disziplin, Disziplin, Disziplin und das Kunststück sich nicht zu überarbeiten, obwohl man auch durchgehend etwas schaffen könnte.
Für alle von euch, die öfter von Zuhause aus arbeiten ist der heutige Post gedacht. (Und irgendwie auch für mich, denn ich muss das dringend einmal wieder verinnerlichen)


Working from Home... 

Tatsächlich ist es so, dass von Zuhause aus arbeiten wirklich Spaß macht. Als ich ein Jahr lang komplett in der Wissenschaft gearbeitet habe, genoss ich diese Möglichkeit sehr und nutzte sie ein bis zwei Mal die Woche.
Man ist sein eigener Chef, kann seine Zeit einteilen wie man es möchte und auch gerne einmal erst um 12 Uhr anfangen, wenn einem danach ist.
Um dann aber auch tatsächlich etwas zu schaffen, seien es Hausaufgaben, die Korrektur von Klausuren oder eine Masterarbeit, benötigt es einiger kleiner Tricks, die das Arbeiten Zuhause noch angenehmer und entspannter machen. 
Da ich viel von Zuhause aus gearbeitet habe, entwickelte ich über die Jahre einige kleine Tricks und Kniffe, von denen ich heute sechs mit euch teilen möchte. Einige davon helfen sicher auch, wenn man ins Büro geht ;)




1. Negative Selbstgespräche vermeiden
Kennt ihr diese Dauerschleife in eurem Kopf? "Ich habe soooooo keine Lust. Das wird unglaublich langweilig. Ich will nicht. Mimimi" Ich kenne die sehr gut. Ich ertappe mich seit ich bei meinen Eltern bin ganz häufig dabei, wie ich laut sage "Ich habe so keine Lust auf die Masterarbeit!" und tatsächlich sinkt meine Lust zu schreiben mit jedem Mal, in dem ich diesen Satz benutze ein wenig mehr gen Keller. Perfekt! Davon geht die Arbeit nicht schneller von der Hand, sondern braucht gefühlt 100Mal länger. Und dazu kommt ein riesiges Motivationsloch.
In Leipzig, wenn ich weiß, dass die Arbeit eben gemacht werden muss und ich kein Publikum habe, das mir zuhört während ich jammere, setze ich mich dran und mache. Ich überlege nicht lange ob ich Lust habe, jammere mir nichts vor, sondern tue die Arbeit die getan werden muss. Das ist sehr viel besser und weniger frustrierend. Sich selbst immer wieder vorzubeten wie schrecklich es ist, dass wir Montag haben, Arbeiten müssen (ich mag in diesem Zusammenhang ja das Wort dürfen) und überhaupt alles Bääää ist, macht gar keinen Spaß. Und etwas getan bekommt man davon auch nicht. Also Augen zu und durch, nicht auf den riesigen Motivationsschub warten, sondern einfach machen. (Ich habe mir diese Woche fest vorgenommen nicht ein einziges Mal: ICH HAB KEINE LUST zu sagen  - mal schauen wie weit ich komme)


2. Mache dir einen Plan
Ist man angestellt und geht regelmäßig ins Büro, dann gibt es meist einen mehr oder minder straffen Zeitrahmen. Sowohl für Ankunftszeiten, Mittagspausen und Feierabend als auch für diverse Meetings, Abgabefristen etc.
Zuhause ist das Ganze sehr frei. Man kann beginnen wann man mag, die Pause weglassen und 12 Stunden am Stück arbeiten. Oder eben doch nur abwaschen.
Deswegen ist Struktur an dieser Stelle das A und O. Ich mache mir jeden Abend eine Liste (entweder im Kopf oder auf Papier), auf der ich festhalte was ich den folgenden Tag schaffen möchte.
Damit behalte ich einen Überblick, weiß wie mein Tag strukturiert werden sollte. Außerdem plane ich wann ich beginne zu arbeiten, wann ich wie lange eine Pause einlegen und was die späteste Zeit ist um aufzuhören.
Das klingt nach nicht viel, hilft aber ungemein den Tag produktiv zu gestalten und nicht einfach nur irgendwas zu machen. 


3. Ablenkungen eliminieren 
JA, das klingt bösartig, betrifft aber uns alle ein bisschen. Ertappt ihr euch auch manchmal dabei "Nur mal eben schnell" aufs Handy zu schauen und dann eine halbe Stunde Instagram, Pinterest oder Snapchat zu checken? ;)
Nichts kostet so viel Zeit wie der besagte "Nur mal eben schnell" Satz.
Arbeite ich von Zuhause aus, dann liegt mein Handy in einem anderen Zimmer. Im Flugmodus. Sicher ist sicher. Klar, sollte ich wichtige Anrufe erwarten leistet es mir Gesellschaft, aber ich zwinge mich, so wenig wie irgendwie möglich darauf zu achten. Arbeite ich woanders, ist mein Handy im Flugmodus. Immer. (Übrigens auch ganz häufig sonst. Ich hasse es ständig abgelenkt zu werden und bin fürchterlich, wenn es darum geht innerhalb von Sekunden alles zu beantworten)

4. Regelmäßige Pausen
Im Büro gibt es immer wieder nette Kollegen mit denen man ein Pläuschchen hält, den Kaffeekocher, der bedient werden möchte oder auch sonstige kurze Unterbrechungen.
Pausen sind ungemein wichtig, kein Mensch kann sich 10 Stunden am Stück voll konzentrieren.
Zuhause vergesse ich häufig Pausen zu machen, ich vergesse regelmäßig ein Glas Wasser zu trinken oder auch nur einmal aufzustehen. Bin ich einmal im Flow und versinke in meiner Arbeit, tauche ich nicht so schnell wieder auf.
Trotzdem braucht jeder Mensch einmal einen kurzen Moment um den Kopf frei zu bekommen.
Also sorgt für regelmäßige Pausen, macht euch einen Obstteller, geht 10 Minuten an die frische Luft oder unterbrecht die Arbeit um 10 Minuten ein gutes Buch zu lesen (kleiner Tipp: Das neue Harry Potter Buch ist dafür ungeeignet. Ich habe vom Meerschwein des Hamsters einer Freundin gehört, der nur mal 10 Minuten eine Szene lesen wollte und erst nach anderthalb Stunden wieder auftauchte. Zum Glück würde mir so etwas nie passieren)

5. My Home is my Castle
Oh das aller schönste daran Zuhause zu arbeiten ist, dass man sich alles so wunderschön machen kann! 
Eine Duftkerze auf dem Schreibtisch, frische Blumen, tolle Arbeitsutensilien. Ich liebe es mir die schönsten Notizbücher auszusuchen oder selbst zu gestalten und in einer Atmosphäre zu werkeln, die perfekt zu mir passt.
Nutzt diesen Vorteil aus, gestaltet euer Umfeld so gut, dass ihr euch wohlfühlt und macht es euch richtig schön.
Als ich bei meinen Eltern ankam; entrümpelte ich zunächst mein gesamtes Zimmer, da ich klare Strukturen und Raum brauche um mich wohl zu fühlen. In Leipzig habe ich gerne Blumen in der Nähe, hier muss ich einfach nur aus dem Fenster in den Garten meiner Eltern blicken, der an einen riesigen Park erinnert. Nutzt diesen Heimvorteil um die Arbeit in einer tollen Atmosphäre zu machen. Glaubt mir, das motiviert ungemein.



6. Feierabend
Geht man vom Büro zurück in seine eigenen vier Wände bringt man eine großartige Trennung von Privatleben und Beruf mit. Man schließt die Wohnungstür auf und kann den ganzen Büroalltag hinter sich lassen. Willkommen im Feierabend.
Arbeitet man jedoch von Zuhause aus, ist das Ganze etwas anders. Arbeit ist ja irgendwie immer da. Mehr als genug sogar. Wie einfach erscheint es da immer zu arbeiten und nicht abzuschalten, denn die liegen gebliebenen Sachen machen so schön schlechtes Gewissen wie sie dort in der Ecke liegen und warten.
Auch hier heißt es: Disziplin.
Für mich funktioniert es immer besonders gut, wenn ich mir für den Abend eine Deadline setze, sei es, weil ich einen festen Termin mit Freunden habe oder auch einfach nur so. Einen Zeitpunkt bestimmen an dem man aufhört zu arbeiten ist extrem wichtig, Und NEIN, man ist nicht faul, wenn man "nur" von 9 bis 18 Uhr arbeitet. Das ist völlig normal ;)
Klar gibt es Zeiten in denen ich viel länger am Schreibtisch sitze als eigentlich geplant und das Gefühl habe mich dort kaum noch weg zu bewegen, weil es eine Deadline gibt, ich von Aufgaben überrannt werde und meilenweit hinterher hinke. Trotzdem solltes es nicht zu Gewohnheit werden jeden Tag 20 Stunden zu arbeiten und das für die nächsten sieben Jahre.
Ich liebe meine Arbeit (JA, auch die Masterarbeit *grummel*) und bin unheimlich gerne fleißig, aber ein bisschen Freizeit möchte ich mir trotzdem bewahren.
Was mir ganz gut geholfen hat um ein bisschen Raum zwischen "Arbeit" und "Privatleben" zu bringen war eine kleine räumliche Trennung zu schaffen, sprich einen Raum/eine Ecke die ausschließlich zum arbeiten gedacht ist und auch ausschließlich dort zu arbeiten. So gibt es zumindest ein wenig Abstand. 

Habt ihr bestimmte Tipps und Tricks wie ihr am Besten ohne Ablenkung von Zuhause aus arbeiten könnt?
Wenn ja freue ich mich davon zu hören. Ich kann im Moment alles gut gebrauchen ;)
Habt den wundervollsten Start in die neue Woche
Liebste Grüße
Lotte

Freitag, 19. August 2016

Schrecklich gute Bücher zum Wochenende

Dieser Post ist eigentlich überfällig, denn die Bücher, die ich euch heute vorstellen möchte, habe ich schon vor langer Zeit gelesen.
Einer der spannendsten  Bereiche in der Psychologie ist und bleibt für mich die Rechtspsychologie, ein Themenfeld, das sich, wie der Name schon sagt, mit den dunklen Seiten, den menschlichen Abgründen und den schwärzesten Momenten der Menschen befasst.
Warum begehen Menschen Straftaten? Wie kommt es zu Morden, Vergewaltigungen und Raubüberfällen? Was sind die Hintergründe?
All das sind Fragen, die rein psychologisch betrachtet unglaublich spannend sind und mich faszinieren.
Es ist, so makaber das klingen mag, einer meiner Lieblingsbereiche der Psychologie. Natürlich ist das nur ein winzig kleines Feld. Nur sehr wenige Psychologen arbeiten in diesem Bereich und setzen sich tagtäglich mit dem "Bösen" auseinander. Profiling, wie ihr es aus diversen amerikanischen Serien gibt, ist ziemlicher Unsinn (auch wenn es die sogenannte Operative Fallanalyse tatsächlich gibt und diese auch sehr gute Ergebnisse liefert).
Trotzdem gibt es Fachleute, die sich mit Verbrechen auseinandersetzen, Therapie für Straftäter anbieten und es zu ihrer Aufgabe gemacht haben in diesem Bereich zu forschen.
Direkt da, wo die meisten Menschen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und abhauen würden, arbeitet Lydia Benecke.
Sie ist Psychologin in einer Sozialtherapeutischen Anstalt, einem Gefängnis, das spezialisiert ist auf Rückfall gefährdete Straftäter, insbesondere Sexualstraftäter. Außerdem arbeitet sie in einer Ambulanz für Sexualstraftäter.
Lydia Benecke ist also da, wo es weh tut und arbeitet mit Menschen, vor denen sich andere fürchten.


Lydia Benecke beschäftigt sich in ihren Büchern mit menschlichen Extremen. In ihrem ersten Buch "Auf dünnem Eis" (bei Weitem das Bessere) geht es um Psychopathen und darum wie Gefängnisalltag aussieht- ganz ohne Beschönigungen, "Kuscheltherapie" und "die haben ja alle einen Whirlpool aus Gold".
Wer sich diesem Thema nähren möchte: Das Buch ist ein großartiger Einstieg, erklärt vieles sehr einfach und räumt in einem ganzen Kapitel mit Vorurteilen auf, die Menschen im Zusammenhang mit Straftaten, Strafvollzug und Therapie von Straftätern haben. Am liebsten würde ich das als kleine Pflichtlektüre an Stammtischen einführen oder auch für Sozialkundelehrer, die Schwachsinn erzählen auf das Thema nicht gut vorbereitet sind.

Das zweite Buch "Sadisten- tödliche Liebe" räumt ein wenig mit den Vorurteilen zum Thema 50 Shades of Grey auf, erklärt was einvernehmliche BDSM Praktiken von gefährlichem Sadismus unterscheidet und war marketingtechnisch seeeeehr günstig.
Es ist informativ, interessant und für alle, die viele Vorurteile gegenüber der BDSM Szene haben sicherlich auch hoch spannend. Mir hat das erste Buch jedoch bei Weitem besser gefallen.

Wer also noch einen kurzen Urlaub vor sich hat, sich mit einem Thema auseinander setzen möchte, das nicht alltäglich ist und seine Vorurteile einmal ordentlich durchgeschüttelt bekommen möchte: Diese Bücher sind der perfekte Einstieg. Sie sind einfach zu verstehen, leicht geschrieben und geben einen kurzen Einblick in einen Bereich der Psychologie, der nicht alltäglich, dafür aber umso spannender ist.

Fachlich ist das Ganze extrem vereinfacht, wer sich schon intensiver mit diesen Themen auseinandergesetzt hat wird wenig Neues finden, aber es ist eine gute Grundlage von der aus man sich weiter arbeiten kann.

Ich wünsche euch einen wundervollen Start ins Wochenende
Liebste Grüße
Lotte

Mittwoch, 17. August 2016

Schnell, schneller, Quinoa

An manchen Abenden bin ich so geschafft, dass die Vorstellung jetzt noch einen zweiten Topf aus dem Regal zu heben, zu einem kleinen Schwächeanfall führen kann.
Für solche Abende habe ich ein großartiges Geheimrezept, das lecker ist, wenig Aufwand macht und das nur eine einzige Pfanne erfordert.
Jawohl. Lotte, bei der One Pot Pasta nie so der Renner war, macht jetzt "One Pfanne Quinoa" und ist ganz begeistert.
Das Beste an diesem Essen? Weiß ich gar nicht. Vielleicht ist es der würzige Geschmack, vielleicht die schnelle Zubereitung und vielleicht auch nur die Tatsache, dass ich, während das Essen sich von alleine kocht, einfach unter die Dusche springen kann. Wahrscheinlich ist es aber ein Konglomerat aus allen drei Faktoren.
Falls ihr auch einen solch einfachen Weg ins Glück haben wollt, dann probiert einfach diese würzige Quinoapfanne einmal aus. (Heilversprechen à la Lotte Fuchs: einfach essen. Das  hilft immer ;))


Würzige Quinoa Pfanne


Das braucht ihr

eine gehackte Zwiebel
eine gehackte Knoblauchzehe
1 Tasse Quinoa (ungekocht)
1 Tasse Gemüsebrühe
1 Tasse Wasser
1 Dose gehackte Tomaten 
1 Dose Mais
1 Dose Kidneybohnen oder Schwarze Bohnen
1 Hand voll frische klein geschnittene Champignons 
einige halbierte Cocktailtomaten
Gewürze nach Belieben
Mein Favorit: Chilliflocken, Kurkuma und Kreuzkümmel
Salz und Pfeffer
1 Avocado 
etwas Gouda zum darüber reiben

Das macht ihr

Bratet zunächst die Zwiebel und den Knoblauch in der Pfanne an, fügt dann Quinoa und die Flüssigkeiten hinzu, lasst alles ein wenig köcheln und gebt dann die restlichen Zutaten und Gewürze mit in die Pfanne. Nach ca 20 Minuten sollte die Flüssigkeit verkocht und das Quinoagericht fertig sein. Sollten die Quinaokörner noch hart sein, fügt einfach ein wenig Wasser hinzu und lasst dies wieder verkochen.
Serviert das Essen mit etwas Limettensaft, einer klein geschnittenen Avocado und bestreut alles mit ein wenig frisch geriebenem Gouda.
Fertig :)

Wenn ihr den Käse weg lasst eignet sich das Essen wunderbar für Veganer. Das Perfekte daran ist, dass ich beinahe alle Zutaten immer vorrätig habe und so für einen Notfall bestens gerüstet bin.
Einfach, schnell, lecker und ein echter Seelenwärmer.
Was will man denn mehr?
Was sind eure Rezepte für ein schnelles und leckeres Essen?
Habt ihr einen Allrounder, den ihr jedes Mal kocht, wenn ihr euch gesund und ausgewogen ernähren möchtet, aber keine Zeit für aufwendiges Prozedere habt?
Ich freue mich auf eure Vorschläge
Liebste Grüße
Lotte