Mittwoch, 24. Mai 2017

Dinner for One - Oder die Kunst Single zu sein

Vor einiger Zeit, als sich in meinem Leben eine neue Beziehung anbahnte, bekam ich von einer Bekannten folgenden Satz zu hören: "Dann wirst du jetzt auch endlich glücklich. Das verdienst du auch" Und um ehrlich zu sein machte mich dieser Satz sehr  ein wenig wütend.
Was mich daran störte war gar nicht die Freude dieser Bekannten von mir, es war vielmehr die Grundannahme, dass es um glücklich zu sein eine Beziehung zu einem Partner benötigt.
Ich bin gerne in einer Beziehung. Wirklich. Ich liebe es Dinge zu teilen, einen Partner zu haben und das Gefühl zu haben gemeinsam die Welt unsicher machen zu können. Ich mag kuschelige Abende vor Netflix, gemeinsam ins Kino oder Konzert gehen und nebeneinander einschlafen. Das sind wundervolle Dinge, die mein Leben bereichern können. Aber sind sie eindeutig der Grund glücklich zu sein, denn ohne Beziehung ist das Leben ein düsteres Jammertal?
Im Moment bin ich Single. Von einem kurzen Intervall abgesehen bin ich seit über einem Jahr wirklich offiziell Single. Davor war ich in einer zweijährigen Beziehung, die ich nach anderthalb Jahren Singleleben einging. Ich hatte zwei Langzeitbeziehungen. Die eine über vier Jahre, die andere zwei Jahre. Dazwischen war ich allein, von wenigen kurzen Intervallen zweimonatiger Beziehungen einmal abgesehen. Und soll ich euch etwas sagen: Ich bin gerne allein.
Ich mag es für niemanden verantwortlich zu sein. Ich liebe es niemandem erklären zu müssen was für Spleens ich an den Tag legen kann, ich liebe die Ruhe, wenn ich in meine Wohnung komme, dass ich meinen Tag ganz frei gestalten kann, spontan mit meinen Mädels ausgehen und beim Essen einfach mal lesen kann. Ich liebe es mich stundenlang meine Wohnung zu sortieren oder Frauenfilme zu schauen. Ich mag es alleine in meinem Bett zu liegen, neben mir einen Stapel Bücher. Ich genieße es nicht warte zu müssen bis das Bad frei wird, wenn ich mag den Gangnam Style durch meine Wohnung zu tanzen und mir selbst Blumen zu kaufen.
Was ich damit sagen will: Ich mag beides. Ich liebe es mein Leben mit einem Partner zu teilen, aber ich genieße es auch einfach allein auf der Terrasse zu sitzen und für mich selbst exquisit zu kochen.
Das Leben ist nicht schwarz und weiß.
Beziehung = glücklich für immer mit rosa Einhörnern,
Single = zu Tode betrübt und depressiv.
So leicht ist es einfach nicht. Ich war schon in Beziehungen todunglücklich, einfach weil wir uns nicht mehr gut taten und himmelhoch jauchzend völlig allein an einem Sonntagabend bei meinem Sonnenuntergangsspaziergang.
Was ich damit sagen möchte? Mein Wert als Mensch verändert sich nicht nach Beziehungsstatus. Ich bin nicht mit einem Mal mehr wert, nur weil ich mich innerhalb oder außerhalb partnerschaftlicher Grenzen bewege. Das klingt so simpel, scheint aber weitestgehend unvorstellbar zu sein. Wie häufig wird in Filmen nach der einen Person gesucht, diesem einen Menschen, der dein Leben komplettiert und durch den du auf magische Weise glücklich wirst.
Ohne spoilern zu wollen: Das wird wahrscheinlich nicht auf diese märchenhafte Weise passieren. Und einen anderen Menschen dafür verantwortlich zu machen, ob ich glücklich bin oder nicht, finde ich ziemlich gemein und auch unfair.
Um diese Geschichte abzuschließen. Die angebahnte Beziehung mündete darin, dass ich mich trennte. O-Ton der Bekannten. "Ach keine Sorge, du findest sicher noch den Richtigen"
Worauf ich mit einem strahlenden Lächeln erwiderte: "Und wenn nicht ist das auch völlig in Ordnung"


Liebe glücklich vergeben Pärchen. liebe besorgten Eltern, liebe fürsorglichen Großeltern, Geschwister und BFFs: Bitte tut uns Singles einen Gefallen. Spart euch ein mitleidiges Lächeln und den Standardspruch: Du findest auch noch jemanden. Denn es kann sein, dass es nicht passiert. Und sollte das der Fall sein, macht es einen Menschen weder falsch noch  weniger gut oder weniger wertvoll. Es macht uns ausschließlich zu einem Menschen, der gerade keinen Partner hat. Und das ist völlig in Ordnung.

Ich wünsche euch einen fantastischen Mittwoch
Liebste Grüße
Lotte

Montag, 22. Mai 2017

Montagsmotivation - Mein Mantra für mehr Gelassenheit

Eines der Dinge, die zum Erwachsensein dazu gehören, ist das Gefühl alles möglichst schnell und gut und zu 100% alleine zu regeln. Aufgaben, Anrufe, Mails, Arbeit... als das ruft sehr laut und sehr schnell "Ich bin WICHTIG! JETZT!" und schafft es so manches Mal Momente kaputt zu machen, die eigentlich für ein kurzes Innehalten und Auftanken gedacht sind.
Ich bin gerne fleißig, ich arbeite gerne und ich liebe es produktiv zu sein. Trotzdem bin ich sehr für ein ausgeglichenes Leben, in dem es Phasen der Ruhe und Gelassenheit gibt, damit ich im nächsten Moment wieder 100% geben kann. Aber, wie das Leben so spielt, gerade in Phasen, die vielleicht für Erholung gedacht sind, regnet es sprichwörtlich neue Aufgaben, Probleme und Mini Krisen, die es zu bewältigen gilt.
Grenzen setzten ist ein wichtiger Punkt im Alltag. Und manchmal ist genau das unendlich schwer. Manchmal kommt mir mein eigener Narzissmus in den Weg, der behauptet nur ich könne das alles jetzt lösen und zwar sofort und ohne zu Zögern. Das stimmt aber gar nicht und ist in vielen Fällen nicht die beste Idee. Loszustürmen ohne nachzudenken hat wenig mit Professionalität zu tun. (Wie Gelassenheit damit im Zusammenhang steht könnt ihr hier nachlesen)
Um etwas mehr Gelassenheit in meinen Alltag zu bringen und zu lernen Grenzen zu setzten, stellee ich mir, wenn alles an mir zerrt und ich das Gefühl habe an 100 Orten gleichzeitig sein zu müssen, zwei Fragen. 

1. Stirbt gerade jemand?
2. Fall jemand stirbt, bin ich die Einzige, die diesen Menschen retten kann?

Das klingt ziemlich paradox, denn in den meisten Fällen geht es nicht um Leben und Tod. Und genau das hilft mir die richtigen Relationen zu finden. Falls die Antwort auf diese beiden Fragen "Ja" sein sollte, dann ist es selbstverständlich, dass ich losstürze und alles tue. Ist die Antwort - wie in den meisten Fällen- "NEIN", dann gebe ich mir einen Moment der Gelassenheit, erde mich und schaue was ich tun kann und möchte, was allen Beteiligten gut tut und wie ich eine Lösung finden kann. 
Diese beiden Fragen helfen mir den Narzissmus, das ich alles alleine, sofort, jetzt und perfekt erledigen muss, in Schach zu halten. Sie geben mir eine Relation zu dem was ich gerade tue und erinnern mich daran, dass ich keineswegs eine Superheldin auf Weltrettungsmission bin, sondern einfach eine Deadline für einen Arbeitsauftrag habe. Sie helfen mir abzuwägen wie wichtig etwas ist und vielleicht auch, ob ich am Sonntag unbedingt meine Arbeitemails beantworten muss, oder ob das vielleicht bis Montag warten kann (Stirbt deswegen jemand? Ist die Mail das Einzige was die Person retten kann? - Wahrscheinlich nicht).
Versteht mich nicht falsch, das ist kein Credo für Faulheit und dafür Sachen auf die lange Bank zu schieben, bis sie hinten runter fallen. Es lichtet einfach nur ein wenig das Chaos, in dem ich (und ich denke auch andere) manchmal feststecke, hilft mir einen klaren Kopf zu behalten und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und das ist eine ganze Menge wert. 




Habt ihr eine Art Mantra, das ihr in schwierigen Situationen verwendet?
Ich bin gespannt von euren Ideen zu hören.
Ich wünsche euch einen fantastischen Start in die Woche
Liebste Grüße
Lotte

Freitag, 19. Mai 2017

Spannung zum Wochenende

Ich habe eine heimliche Leidenschaft. Ich lebe sie aus, schäme mich nicht im Geringsten dafür und bin mir sicher, dass viele sie teilen. Meine Leidenschaft nennt sich Krimiserien und ich fröne ihr mit Begeisterung. Und da ich inzwischen einige Erfahrung habe, was den Konsum diverser Krimiserien angeht, wollte ich euch heute meine fünf Favoriten vorstellen (immer in der Hoffnung, dass ihr mit euren rausrückt, denn ich bin bald mit der letzten durch und drohe auf dem Trockenen zu sitzen)

1. Lie to me 
Lie to me basiert auf der Forschung von Paul Ekman zum Thema Mikrosgesichtsaudrücke und ist natürlich komplett übertrieben. Ich habe mal eine Weile in einer Forschungsgruppe gearbeitet, die sich unter anderem mit Mikrogesichtsausdrücken beschäftigte. Und auch wenn ich in diesen Teil der Forschung nicht direkt involviert war, erinnere ich mich sehr gut an die Realität hinter „Lie to me“. Nichtsdestotrotz war die Serie großartig, amüsant und spannend. Und ganz ehrlich? Schon allein für Gilians Outfits lohnte es sich einzuschalten.


2. Forever
Ein bisschen Mystery, ein bisschen Krimi. Der Hauptcharakter von Forever ist unsterblich. Jedes Mal, wenn er stirbt taucht er im nächsten Gewässer wieder auf und ist dabei völlig nackt. Von diesem Element einmal abgesehen, ist auch die Serie an sich wunderbar, voller Humor und wirklich schön.

3. Sherlock
Benedict Cumberbatch, Wangenknochen, London und Sherlock Holmes. Muss ich mehr sagen? Kult und zwar völlig zurecht. 
4. Crossing Lines (Staffel 1)
Crossing Lines ist reichlich düster und dramatisch und unterscheidet sich dadurch sehr von den anderen Serien. Aber ich mochte die erste Staffel, die komplexen Charaktere und den Fokus auf den europäischen Gedanken. Ein Ermittlerteam, das sich aus vielen europäischen Charakteren zusammensetzt, das innerhalb der EU Verbrechen aufklärt, ein düsterer Chef, der mich in seiner Art an Gabriel Allon aus den Daniel Silva Krimis erinnert und komplexe Geschichten, haben diese Serie für mich ausgemacht. Allerdings war mein deutlicher Favorit die erste Staffel. Danach wurde es mir dann doch etwas zu abgedreht. Was mir besonders gefiel war, dass keiner der Charaktere perfekt oder immer heldenhaft war. Im Gegenteil, jeder von ihnen machte Fehler und ist alles andere als der strahlende Held in der goldenen Rüstung. Gerade das hat sie mir jedoch sympathisch gemacht. 

5. Castle 
Die Autorin von mir feiert Castle auf das Höchste. Der Nerd in mir ebenso. Und als Frau bin ich schwer in all die fantastischen Frauencharaktere jeden Alters. Egal ob Martha, Beckett oder Alexis, Castle ist umgeben von Powerfrauen, die mehr sind als nur hübsches Beiwerk. Castle ist mein Favorit. Immer. Ich liebe den Humor, die ethnische Vielfalt der Charaktere (nicht alle weiß und männlich) und die Stories. Wenn ich nicht weiß, was ich mir anschauen mag ist Castle immer eine sichere Option. 


Was sind eure liebsten Krimiserien? Habt ihr einen Favoriten, zu dem ihr jedes Mal zurückkehrt?
Ich wünsche euch einen wundervollen Freitag
Liebste Grüße
Lotte

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