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Montagsmotivation vom Zauber des Phlegma oder "Kann ich etwas ändern? Nein, dann eben nicht"


Letzten Mittwoch hatte ich einen blöden Tag. Mein nagelneues Mac Book entschied sich keinen Ton mehr von sich zu geben und blieb bei dieser Entscheidung, trotz allem was ich und das nette Support Team von Apple versuchten- Das ist wirklich ärgerlich, denn mein uralter Laptop auf dem ich gerade diesen Blogpost verfasse ist nicht nur langsam, sondern kann sich auch nicht mehr wirklich ins Internet einloggen und das Meiste auf dieser Welt überfordert ihn einfach. 
Aber immerhin hatte ich einen Abend auf den ich mich freuen konnte. Ich fuhr mit dem Zug in einen Vorort von Hannover um mich dort mit einer Freundin zum Game of Thrones gucken zu treffen. Soweit so gut. Als ich jedoch aus dem Zug auf den Bahnsteig (Betonung auf STEIG also steigen = gehen/zu Fuß sein) stieg und mich nach meiner Freundin umsah, flog ich ein wenig durch die Luft. Mich hatte eine Fahrradfahrerin gerammt, die in vollem Tempo durch den Regen über den Bahnsteig fuhr - ein Ort an dem man nicht Fahrrad fährt- um den Zug zu er- und dem Regen zu entwischen. Ich hatte keine Chance auszuweichen. Ich hatte keine Musik in den Ohren, war nicht rücksichtslos in ihre Fahrbahn getreten, sondern einfach aus meinem Zug ausgestiegen. Ich flog also einen Meter und fand mich auf dem Boden wieder. Brille weg, zitternd und wirklich unter Schock. 
Dabei hatte ich großes Glück. Meine Lederjacke hatte das meiste abgefangen, ich bekam ausschließlich einen blauen Fleck am Knie, mein Ellenbogen war aufgeschürft und seit Sonntag kann ich auch meinen rechten Arm wieder strecken, beugen und heben ohne das irgendetwas daran weh tut.

Meine Freundin holte mich ab, machte mir einen Tee, wir aßen köstliches Essen, das ihre Freund für uns gekocht hatte und schauten Game of Thrones. Mein MacBook war immer noch kaputt, ist bis zum heutigen Tag in Reparatur, aber irgendwie ist das alles schon ok. 
Und wisst ihr was mich wirklich ein wenig verwundert hat? Das ganze hatte beinahe gar keinen Einfluss auf meine Stimmung. Klar, war es nicht schön den rechten Arm eher als schmückendes Beiwerk zu haben und natürlich hat sich Netflix und Co für kuschlige Sonntage von mir verabschiedet, aber irgendwann in diesem Moment ist mir eins klar geworden: 
Ich kann mich jetzt drüber aufregen und nörgerlig werden oder ich kann es lassen. 

Denn egal was ich tue, nichts davon wird meine Situation verändern Ok, ich habe ein bisschen gejammert bei meinen Freunden und mir Mitleid für den blöden Unfall eingeheimst, aber ich habe mich entschieden deswegen keine schlechte Laune zu bekommen. 



Manchmal passieren blöde Dinge, Dinge für den man gar nichts kann. Ich hätte nicht ausweichen können, ich hätte mich nicht in Luft auflösen können - der Unfall ist passiert. Ob ich mir davon jetzt den Tag verderben lasse oder nicht wird nichts daran ändern. Stattdessen ließ ich mir das Essen schmecken, verbrachte eine tolle Zeit mit meiner Freundin und genoss die erste Folge Game of Thrones. Entscheidung getroffen, Abend gerettet.
Manchmal finde ich es unglaublich wichtig mich zu hinterfragen: Was bringt es mir jetzt den Rest meines Tages von etwas bestimmen zu lassen, was ich nicht ändern kann? Die häufigste Antwort auf diese Frage ist: Nichts. Und dann kann man es ja genauso gut sein lassen, oder?
Ich wünsche euch den fantastischsten Start in die Woche und lasst euch nicht umfahren 
Liebste Grüße
Lotte

PS: Arya ist ne coole Sau oder? Und irgendwie hat sich inzwischen sogar Sansa in mein Herz geschlichen - hach ich bin ja so aufgeregt 

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